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Kurzbiografie

Friedrich Theodor Vischer wurde
am 30.06.1807 in Ludwigsburg
als Sohn eines Superintendenten geboren.
Nach dem Abitur in Blaubeuren
folgte das Studium der Theologie, Philosophie und Philologie in Stuttgart.
1830 schloss er das theologische Examen mit der Maximalnote ab. Nach der Promotion in Stuttgart und der Privatdozentur in Tübingen 1844 lehrte er als Professor in Tübingen. 1855 ging er als Dozent für Ästhetik und deutsche Literatur an das Polytechnicum nach Zürich. Für den Zeitraum zwischen 1866 und 1877 kehrte er für eine Professur für Ästhetik nach Stuttgart zurück.
Vischer ist am 14.09 1887 auf dem Weg nach Venedig in Gmunden am Traunsee gestorben.

Archive for the ‘Lyrische Gänge II’ Category

Prolog

Dienstag, April 20th, 2010

Uraltes Gut, der Wärme Quell, das Feuer,
Zum Drachen wird’s in losgelass’ner Wut:
Graunhafter noch, ein schlingend Ungeheuer,
Tobt breit umher des Wassers hohe Fluth,
Noch banger blickt, hilfloser noch und scheuer
Der Mensch aus des bedrohten Obdachs Hut,
Wenn, angekündigt von des Donners Schlägen,
Sich endlos, endlos Regen drängt auf Regen.
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Ein Fang

Dienstag, April 20th, 2010

Bei Kannstatt an der Brucken
Da war das Schießen groß,
Als aufeinander stießen
Oestreicher und Franzos.
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Herr Olaf

Dienstag, April 20th, 2010

Herr Olaf reitet im weichen Sand,
Im Wellenschaum am Meeresstrand.
Merk’ auf, Herr Olaf!
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Kurze Freude

Dienstag, April 20th, 2010

Die Erde bleibt doch für alle Zeit
Ein schlimmer Ort.
Wird man endlich ein bischen gescheidt,
So muß man fort.
Und jenseits? nein,
Wird’s auch nichts Rares sein.

Frühling

Dienstag, April 20th, 2010

Es ist ein Fest im ganzen Thal,
Was blühen kann, blüht allzumal.
Die ganze Stadt liegt weich und warm
Gebettet in des Frühlings Arm.
Heut’, wo so lau die Lüfte wehen,
Lass’ auch das Eis in Dir zergehen,
Vergiß! Vergiß!
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Muth

Dienstag, April 20th, 2010

Wie es blitzt und kracht!
Heiß, heiß
Ist die Schlacht,
Wo es einschlägt, wer weiß?
Sie stürzen im Rücken, vorn und neben,
Wie viele Minuten noch werd’ ich leben?
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An Uhland’s Geist

Dienstag, April 20th, 2010

Wenn heut dein Geist herniederstiege
In diese deine deutsche Welt,
Wie sie nach neuem heil’gem Kriege
Ihr Haus gemauert und bestellt:
Hoch auf dem Giebel Preußens Krone,
Der Bau ein erblich Kaiserthum, –
Du zögst in Falten zweifelsohne
Die Stirn und schautest kaum dich um;
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Schnurren

Dienstag, April 20th, 2010

Ganz außer Maßen christlich war
Ein Fürst von Babylon,
Er mischte aus Romantik gar
Wein und Religion.

Er rief: bringt mir Champagner her
Nebst Bibel, Lumpenpack!
Trank mehr als eine Flasche leer,
Schnupft auch dazu Tabak.
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An meine Wanduhr

Dienstag, April 20th, 2010

Schwarzwaldtochter, gute, alte,
Gelt, wir kennen uns schon lange?
Haben redlich miteinander
In gesetzter Kameradschaft
Manches Jährchen ausgehalten.
Gute Zeiten, schlimme Zeiten
Haben wir verlebt zusammen.
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Jugendthal

Dienstag, April 20th, 2010

Da bist du ja im Morgenstrahl,
Mein nie vergeßnes Jugendthal!
Der Berge Kranz, die wunderblaue Quelle,
Städtchen und Kloster, Alles ist zur Stelle.
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