Der Hohenstaufen
Dienstag, April 20th, 2010Da steht er wieder, ernst und hoch und kahl!
Ein weißes Tuch umhüllet sein Gelände,
Der Wintersonne später, bleicher Strahl
Fällt auf die weichgeschwungnen Bergeswände.
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Da steht er wieder, ernst und hoch und kahl!
Ein weißes Tuch umhüllet sein Gelände,
Der Wintersonne später, bleicher Strahl
Fällt auf die weichgeschwungnen Bergeswände.
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Abendnebel spinnet und webet
Der stille Gebirgssee.
Heimkehrender Heerden Glockengeläute
Tönt nah und fern.
Frauen begegnen und grüßen in alter
Guter Sitte den Fremdling.
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Er grub ein Grab mit müder Hand,
Fast wollte die Kraft versagen.
Für wen? Das war ihm unbekannt
Er pflegte nicht mehr zu fragen.
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Etlich und zwanzig Kameraden
Begiengen ein heitres Fest,
Sie hatten einander geladen
Von Süden, Nord, Ost und West.
Sie gedachten der Klosterhallen
Im grünen, felsigen Thal,
Sie sahen sich wieder wallen
In der Jugend Morgenstrahl.
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An einem Tische ganz allein
Saß ich im Wirthshaus bei meinem Wein.
In der Nebenstube war’s nicht so leer,
Laut und lustig ging es da her.
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Das war eine Nacht!
Wer hätte da schlafen mögen!
Funkelnd in Diamantenschmuck
Strahlte der prächtig dunkelblaue
Weltumwallende Himmelsmantel.
Allverwebendes Vollmondlicht,
Träumendes, grenzenlos ergossnes,
Ueberglänzte den Sternenglanz.
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Am tarpejischen Fels da unten,
Wo mit zerschmetterten Knochen einst
Die Verräther ihr schwarzes Leben
Verröcheln mußten,
Da unten liege, Gespenst!
Gut genug für Dich. –
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Aber sage nur, mein Bester,
Wie es zu erklären ist,
Daß du stets in diesen Versen
Mit dir selbst beschäftigt bist?
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Im Wald, im Wald –
Wie bald, wie bald
Hast du’s vergessen!
Weißt, unter’m Buchenbaum
Selig in hellem Traum
Sind wir gesessen.
Im Wald, im Wald,
Im grünen Wald
Hab’ ich für’s Leben,
Weißt, unter’m Buchenbaum
Selig in hellem Traum
Dir mich gegeben.
Auf’s Meer, auf’s Meer,
Auf’s weite Meer
Bist du gezogen,
Denkest der Armen kaum
Draußen im wilden Schaum
Rollender Wogen.
Im Wald, im Wald
Ist’s öd und kalt,
Sausen die Winde,
Kahl steht der Buchenbaum,
Trauert im weißen Saum
Eisiger Rinde.
Im Wald, im Wald
Begrabt mich bald,
Grünt es erst wieder,
Legt unter’m Buchenbaum
Mit meinem hellen Traum
Sachte mich nieder!
Wie hoch die Welt sich bäumet,
Wie laut auf breiter Spur
Das Leben schäumet,
Uns alle träumet
Der Weltgeist nur.