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Kurzbiografie

Friedrich Theodor Vischer wurde
am 30.06.1807 in Ludwigsburg
als Sohn eines Superintendenten geboren.
Nach dem Abitur in Blaubeuren
folgte das Studium der Theologie, Philosophie und Philologie in Stuttgart.
1830 schloss er das theologische Examen mit der Maximalnote ab. Nach der Promotion in Stuttgart und der Privatdozentur in Tübingen 1844 lehrte er als Professor in Tübingen. 1855 ging er als Dozent für Ästhetik und deutsche Literatur an das Polytechnicum nach Zürich. Für den Zeitraum zwischen 1866 und 1877 kehrte er für eine Professur für Ästhetik nach Stuttgart zurück.
Vischer ist am 14.09 1887 auf dem Weg nach Venedig in Gmunden am Traunsee gestorben.

Muth

Wie es blitzt und kracht! Heiß, heiß Ist die Schlacht, Wo es einschlägt, wer weiß? Sie stürzen im Rücken, vorn und neben, Wie viele Minuten noch werd’ ich leben

Das ersehnte Gewitter

Es glüht das Land, es lechzet Die ausgebrannte Au, Jedwedes Wesen ächzet Nach einem Tropfen Thau

Kühle

Aus Wust und Wuth, Aus Schwefelglut, Aus athemloser Schwüle Hinab in Meeresgrund, hinab in’s Kühle!

Zwei Brüder

Da liegen sie in offnen Särgen beide, Das Schwert zur Seite und den Lorbeerkranz; Vom Wundenkrampf, vom letzten grimmen Leide Weiß nichts ihr Angesicht; zufrieden ganz, Ganz friedlich sind die

An Uhland’s Geist

Wenn heut dein Geist herniederstiege In diese deine deutsche Welt, Wie sie nach neuem heil’gem Kriege Ihr Haus gemauert und bestellt: Hoch auf dem Giebel Preußens Krone, Der Bau ein

Schnurren

Ganz außer Maßen christlich war Ein Fürst von Babylon, Er mischte aus Romantik gar Wein und Religion. Er rief: bringt mir Champagner her Nebst Bibel, Lumpenpack! Trank mehr als eine

An meine Wanduhr

Schwarzwaldtochter, gute, alte, Gelt, wir kennen uns schon lange? Haben redlich miteinander In gesetzter Kameradschaft Manches Jährchen ausgehalten. Gute Zeiten, schlimme Zeiten Haben wir verlebt zusammen

Jugendthal

Da bist du ja im Morgenstrahl, Mein nie vergeßnes Jugendthal! Der Berge Kranz, die wunderblaue Quelle, Städtchen und Kloster, Alles ist zur Stelle

Und noch einmal

Noch einmal hin zum Jugendthal, Mit sieben und siebzig Jahren! Warum nicht dieses Eine Mal Dem Sehnen noch willfahren

Es kann ja nicht immer so bleiben

Vorüber wir einst so herzlich gelacht, Dazu lacht bald niemand mehr, Die Späße, die Witze, die wir gemacht, Wer weiß und versteht sie noch, wer? Der ganze kreuzlustige Sagenkreis, Der